Berufspilot werden – der ATPL

Der leichteste (?) Weg zum Berufspiloten

Jeder der sich ein wenig im Netz über den Job als Berufspilot informiert wird darauf stoßen: Die Lufthansa zahlt einem alles und stellt einen garantiert als Pilot ein. Krass oder? So einfach ist das! Einfach nen paar Tests bestehen und schon wunschlos glücklich sein!

Jut, schauen wir uns mal die Voraussetzungen an:

  • Deutsch und Englisch fließend – kein Problem für jemanden der wirklich Pilot werden will.
  • Fachhochschulreife reicht nicht – aber alles da drüber – auch das ist easy.
  • min. 17 Jahre (kein Problem) – höchstens habe ich mal 27 gelesen (Problem?)
  • 1,65 – 19,8m
  • Deine Augen – können schlechter sein als gedacht +/- 3 Dioptrien, und lasern ist sogar auch erlaubt!
  • höchstens 3 Punkte in Flensburg, und keinen wegen Drogen und Alkohol (selbstverständlich oder?)

Alles mehr oder weniger machbar – was nicht erwähnt wird ist, dass man auf jeden Fall nen Tauglichkeitszeugnis Klasse 1 bestehen muss – und da gibt es bei den körperlichen Voraussetzungen schon mehr Ärger (Allergien z.B.).

Dann also nen Bewerbungs- und Motivationsschreiben runter getippt und schon ist man zur BU eingeladen (die Einladung kriegt wohl fast jeder). Die BU bei der Lufthansa wird dann für die meisten zum Problem, ein Computer entscheidet hier ob Du ein toller Pilot wärst oder nicht – ein Computer der u.a. psychologische Fragen stellt 😀 .

Na, wenn Du es da durch geschafft hast (Übungsaufgaben gibt es, es gibt sogar teuer bezahlte Kurse von Drittanbietern die das Bestehen erleichtern sollen), dann geht es ab zur FQ – also Gruppenspiele usw. – danach ab zum persönlichen Gespräch und schon  ist man für immer glücklich!

Nun – sehen wir uns mal die Fakten danach an – man kriegt die Ausbildung bezahlt (das auf der Pro Seite) und später garantiert einen Job – aber das ist schon nicht mehr so positiv wie es sich vielleicht anhört – denn man kriegt den Job nicht sofort! Jetzt im Jahr 2014 werden wohl die eingestellt, die 2011 Ihren Kurs abgeschlossen haben. Und dann muss man die Ausbildung von Gehalt zum Teil zurückzahlen – das sollte nicht vergessen werden im Finanzplan!

Aber gut, alles in allem ist das der einfachste Weg – wer es bei der LH nicht schafft, kann es übrigens noch bei 2-3 anderen Fluggesellschaften probieren, die Swiss ist z.B. so ein Kandidat.

Der Schwere Weg zum Berufspiloten

Nun, durch die BU durchgefallen oder keine Lust auf LH? Dann musst Du es wohl privat finanzieren – zwei Möglichkeiten gibt es hier (ganz grundsätzlich), und zwar einmal die Vollzeit Ausbildung von 0 an und einmal die modulare.

Hierzu muss ich sagen, dass viele in der Branche der Meinung sind, dass es gar nicht so schlecht wäre vor der Ausbildung zum Piloten ein (passendes) Studium oder eine Ausbildung zu absolvieren. Wer nämlich nicht durch die LH gesegnet ist, könnte es recht schwer haben in ein Jet Cockpit zu kommen – hier könnte es helfen Fähigkeiten im Lebenslauf zu haben, die anderen nicht vorweisen können (BWL oder Ingenieur Kenntnisse 2-3 oder mehr Fremdsprachen etc.).

Dann muss man überlegen woher man den Kredit bekommt – es gibt wohl einige Banken die Piloten-Ausbildungs-Kredite anbieten (oft mit den Eltern als Bürgen) – aber vielleicht (wahrscheinlich!!) findest Du danach nicht sofort einen Job – und dann? Aber wenn die Eltern mitspielen – dann los, geh diesen Weg, versuch Deinen Traum zu leben, hol Dir einen Kredit, such dir eine passende Flugschule und fahre ne gute ATPL Note ein!

Ansonsten kann man auch überlegen das ganze schön nach und nach zu machen – der Nachteil: man wird alt und günstiger wird es auch nicht – der Vorteil: wenn es schief geht, hat man einen Job, kann die Fliegerei als Hobby betreiben und fällt nicht aus allen Wolken wenn plötzlich das endgültige Aus auftritt (Kein Geld mehr, kein Medical, LOL etc.).

2 Comments

  1. Guten Tag,

    ich interessiere mich für den Beruf als „Berufspilotin“. Ich bin 25 Jahre alt und habe direkt nach dem Abitur im Jahre 2007 mein Lehramtsstudium aufgenommen. Der Beruf als Lehrerin ist ja schön und gut und passt auch zu mir, aber es nun mal nie mein Traumberuf gewesen. Ich liebe das Fliegen und alles was dazu gehört – und das seit ich ein kleines Kind war. Meine Frage ist nun, wie ich es schaffen könnte, diesen Traum zu verwirklichen. Ich habe mich auf vielen Seiten im Internet informiert und so einige Online-Tests durchgeführt. Aber einen genauen Weg dorthin wird nicht beschrieben. Und auch wichtig wissen ist, wie viel das Ganze kosten wird und welche Voraussetzung man dafür braucht. Habe ich trotz meines ersten Studiums die Möglichkeit Pilotin zu werden? Ich hoffe ich bekomme eine Antwort. Vielen Dank im Voraus! Iman Dhiflaoui.

    • Moin Moin

      Soweit ich weiß, gibt es nur einen Weg in Deutschland Pilot zu werden, ohne das man viel Geld haben muss. Und zwar ist dies bei der Deutschen Lufthansa http://www.lufthansa-pilot.de Diese hat allerdings ein strenges Auswahlverfahren – z.B. einen psychologischen Test, Englisch und Mathe Übungen und natürlich auch Grenzen beim Alter. Hier gibt es einen Test der Lufthansa ob man sich eignet http://www.lufthansa-pilot.de/WBT/Piloten_Test.html

      Ansonsten bleibt nur viel Geld zu haben – um die 80.000€ werden wohl gebraucht (in Deutschland / EU) für einen Grundstock an Lizenzen den man braucht. Dann allerdings muss man erst mal einen Job finden – das ist überaus schwierig wie man hört (denn man hat ja keine Flugstunden). Ein anderer Weg führt über die USA – aber so viel günstiger ist es da auch nicht, und das Job Problem bleibt.

      Insofern würde ich mir nicht zu viele Hoffnungen machen uns es trotzdem mit voller Motivation versuchen – ich wünsche viel Glück!

      lenny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.