Die AT-3 bei der Landung

Meiner erster Flug als Flugschüler

Oh man habe ich lange auf meinen ersten Flug als Flugschüler gewartet…. Jetzt, nach fast 29 Jahren war es endlich soweit.

Gestern Abend (02.10.) mit dem Ausbildungsleiter gesprochen und er meinte, dass ich heute (03.10.) ab 12Uhr auf dem Flugplatz sein soll, dann würde sich schon eine Lücke für mich finden. Also pünktlich aufgestanden, gefrühstückt und rüber gefahren nach Kropp ( http://www.aeroclubkropp.de ).

Der erste Tag auf dem Flugplatz

Interessanterweise, war ich gar nicht so nervös – nun gut, es war ja auch nicht mein erster Flug (habe ja vor 10 Jahren ein wenig Zeit mit Segelfliegern in der Luft verbracht) und auch nicht mein erster Motorflug (gab schon zwei Schnupperflüge – in England und München). Habe nur gehofft, dass sich wirklich eine Lücke für mich finden wird 😀

Dann gab es erst mal wieder viele Namen und Gesichter die ich mir merken musste, war ganz schon was los heute. Neben Motorflug bietet der Verein ja auch noch Segel- und UL Flug an. Ich beschränkte mich erst mal aufs Fotos machen für meinen Blog:

Holzflugzeug

 

Man will ja auch nichts falsch machen 😀 Jeder Verein und Flugplatz hat andere Regeln, z.B. was das Betreten des Towers, das Anfassen der Flugzeuge oder den Abstand einhalten zu Landebahn / Rollwegen angeht. Aber in Kropp sind die Leute wirklich nett und alles läuft recht locker ab – so fühlt man sich wohl.

Ich habe mir dann auch gleich einige Dinge Zeigen lassen – z.B. bin ich das erste Mal in meinem Leben Traktor gefahren 😀 Irgendwie muss man die „Arbeitsstunden“ die man in den meisten Vereinen jedes Jahr ableisten muss ja rumbringen – und ich mähe gerne Rasen 🙂

Das Wetter wurde auch immer besser und es war echt entspannend auf der Dachterrasse zu sitzen, die Sonne zu genießen und die Flugzeuge in der Platzrunde zu beobachten:

Blick von Dachterrasse

 

Mein erster Flug

Dann war es soweit, der Ausbildungsleiter hat kurz Zeit gefunden und schon saßen wir im Flugzeug (ich natürlich Links). Es war allerdings keine Zeit für eine richtige Einweisung usw. – aber man kennt das Cockpit ja aus dem Flugsimulator (nur das man jetzt keine P Taste, keine Maus und kein google hat….). Sonnenbrille auf (neu gekauft!!), Headset drüber (nun ja, drückt fast gar nicht), Sitze kann man nicht einstellen (Kissen? Nee geht schon), Blick nach draußen (Draußen? Fuck bin ich klein 😀 ) und schwupp schon ist die Haube zu und der Fluglehrer sagt in 3 Sätzen mehr Infos als man in den letzten 10 Jahren vernommen hat…. Also die Namen der Instrumente kannte ich zum Glück schon, die Anordnung der Schalter (Gemisch, Generator, Batterie, Zündung, Funk, Klappen, Trimmung) konnte ich mir so schnell nicht merken wie er alles gecheckt hat, aber sind ja zum Glück größtenteils farblich markiert….). Dann einige Checks, Magneten (Abfall der Umdrehungen um höchsten 150), künstlicher Horizont (eingependelt), Tankanzeige, den Rest vergessen und ich durfte zum Start rollen – die AT-3 hat nen festes Bugrad, also nur Fußspitzen Bremsen für die Lenkung. Da merkt man auch das erste mal den Druck auf das Seitenruder durch den Luftstrom des Propellers.

Den Start hat dann der Fluglehrer gemacht (hätte ich auch gekonnt 😛 ) aber gleich danach durfte ich, leicht links halten wegen Lärmschutzregeln und dann durch die Dunstschicht zur klaren Sicht auf 3.000ft steigen. Nach 2.000ft fällt mir auf, dass ich die Libelle nicht beachtet habe, und die hängt die ganze Zeit wie Sülze in der Ecke – ich war nur mit der Geschwindigkeitsanzeige und dem künstlichen Horizont beschäftigt (grausige Sicht….). Nachdem der Fluglehrer mein Headset lauter gestellt hatte – wunderte mich schon warum ich den Funk nicht verstehe… – erklärte er mir auch warum ich nicht geradeaus fliege: Durch die hohe Motorleistung beim Steigen wird das Flugzeug die ganze Zeit vom Propeller stark angeströmt und gedreht., da muss man mit dem Seitenruder gegenhalten (war ich vom Segelflugzeug nicht gewohnt).

Nun, dann hatte ich endlich einige Sekunden Zeit um mal bewusst aus dem Fenster zu schauen, hey eine Wolke, und keine Zeit mehr zum aus dem Fenster schauen….

Dann einige Vollkreise und der Fluglehrer hat die Umgebung erklärt – ja den Flugplatz habe ich ehrlich gesagt bis zum Endanflug nicht von oben finden können – aber beim nächsten Mal wird es besser, nun kenne ich ja die Autobahnen etc. die drum rum sind.

Und schon ging es wieder runter, Landung hat er wieder gemacht – geht doch recht flott und man hat ja auch nicht gerade wenig zu tun….

Fazit

Ja keine Ahnung, irgendwie kommt es mir im Nachhinein so vor, als hätte ich die meiste Zeit auf die Instrumente geschaut – und dadurch nicht mal gemerkt, dass ich überhaupt fliege. Im Segelflugzeug geht es halt doch mehr nach Gefühl und die Rundumsicht ist besser, im Motorflieger (zumindest in der AT-3) sieht man (ich) wenig und man hat auch viel mehr Instrumente die beachtet werden wollen, alleine der Fahrtmesser machte mich die ganze Zeit verrückt.

20min war ich im Flieger – von 2700 die ich brauche, nun meldet der Fluglehrer mich noch irgendwo an und dann gehts in einer Woche hoffentlich richtig los – und vielleicht habe ich irgendwann auch mal Zeit aus dem Flieger rauszuschauen – na wenigstens kann ich jetzt Traktor fahren 😀

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